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«Unsere Dienstleistungen bleiben»

13.12.2017    

Interview – Michèl Abt, Präsident des Kaminfegermeister-Verbandes Baselland, beantwortet Fragen zu den Veränderungen im Baselbieter Kaminfegedienst.

Mit dem am 1. Januar 2018 im Baselbiet in Kraft tretenden BNPG (siehe Beitrag oben) erfährt der bisherige gesetzlich geregelte Kaminfegedienst Änderungen. Kaminfegermeister Michèl Abt, Präsident des kmv-bl, erläutert nachfolgend einige für Eigentümer wichtige Details.

Welches sind im BNPG die wichtigsten Änderungen für die Eigentümer und Betreiber von Feuerungsanlagen?

MICHÈL ABT: Die wesentlichste Änderung ist sicherlich, dass inskünftig Eigentümer und Betreiber von Feuerungsanlagen nun vollumfänglich selber dafür verantwortlich sind, dass ihre Anlagen nach den weiterhin geltenden, gesetzlich festgelegten Vorgaben und Fristen von ausgewiesenen Fachleuten gewartet, gereinigt und kontrolliert werden. Neu haben sie damit aber auch die Entscheidungsfreiheit, dafür einen Kaminfeger-Fachmann ihrer Wahl zu beauftragen. Aufgehoben werden ausserdem die bisherigen Kaminfegerkreise und die bisherigen gesetzlich festgelegten Tarife.

Werden damit die Kaminfegeleistungen teurer?

Obwohl sich ja jetzt Kaminfeger-Firmen dem freien Markt und Wettbewerb stellen, also individuell auftragsbezogen kalkulieren müssen, gehe ich davon aus, dass die Kaminfeger ihre Preise in etwa im bisherigen Rahmen werden halten können. Ich empfehle ohnehin, sich diesbezüglich zunächst beim bisherigen Kaminfeger zu erkundigen. Er kennt ja die betreffende Anlage bestens und kann damit auch ein verlässliches Angebot abgeben.

Gibt es mit dem BNPG Änderungen am Dienstleistungsangebot der Kaminfeger-Fachleute?

Nein, unser gesamtes Dienstleistungspaket bleibt wie bisher bestehen. Denn: Wir sind als ausgebildete Fachleute gesetzlich dazu verpflichtet, eine Anlage nach den Regeln und dem Stand der Technik zu kontrollieren und zu reinigen, also deren Sicherheit zu gewährleisten. Und wir Baselbieter Kaminfegermeister wollen unseren Kunden ja auch weiterhin ein Optimum an Servicefreundlichkeit bieten. Das heisst, dass unsere Kunden den Kaminfegermeister ihres Vertrauens beauftragen können, dass dieser eine Anlage wie bisher quasi «automatisch» gemäss den gesetzlichen Vorgaben und Fristen betreut. Die Kunden müssen sich dann nicht selber um die fristgerechte und professionelle Wartung ihrer Anlage kümmern. Das gewährleistet die Kaminfeger-Firma wie bis anhin zuverlässig.

Wie kommen Ihre Kunden zu diesem Dienstleistungsangebot? Was müssen sie jetzt tun?

Sie müssen eigentlich vorerst gar nichts unternehmen. Denn: Der Kaminfegermeister-Verband bzw. der bisher einer Liegenschaft in seinem Kreis zugeteilte Kaminfeger wird in diesen Tagen seine bestehenden Kunden in einem persönlichen Schreiben kontaktieren und detailliert darüber informieren, wie sie unkompliziert und zuverlässig zu den gewünschten Dienstleistungen kommen. Wer kein solches Schreiben erhält, dem wird empfohlen, sich mit seinem bisherigen Kaminfegermeister in Verbindung zu setzen, damit keine Versorgungslücke entsteht.

Übrigens: Darf eigentlich ein Eigentümer Unterhalt und Reinigung auch selber vornehmen?

Nein, das ist gesetzlich nicht gestattet. Denn: Es geht ja bei unseren Tätigkeiten um qualifizierte Facharbeiten an technisch anspruchsvollen Anlagen. Es ist doch wichtig, dass eine Feuerungsanlage einwandfrei funktioniert, damit störungsfrei arbeitet und somit auch möglichst wenig umweltbelastend läuft. Bei der heutigen, auch komplexen Technik sind damit intensive Kontrollen z.B. der Steuerung und der Brenner verbunden. Interview: ebo.

BILD: HEV Kanton Baselland

Michèl Abt, Präsident Kaminfegermeister-Verband Baselland.