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Der Auftrag zum BUD-Reset

HEV BL
10.04.2026

Was im politischen Betrieb lange gemunkelt und allzu oft schön- oder weggeredet wurde, hat im Landrat ein Ventil gefunden. Alle vier Vorstösse von Christine Frey zur «Effizienzoffensive» in der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) wurden überwiesen – gegen den Willen der Regierung. Das ist ein Einschnitt. Endlich wird politisch festgehalten, was viele seit Jahren erleben: In der BUD funktioniert zu vieles nicht mehr. Es geht nicht um Einzelfälle, sondern um ein Muster struktureller Verschlechterung.

Das zeigt sich im Alltag genauso wie bei den grossen Themen. Verfahren dauern zu lange, Prozesse ziehen sich durch zu viele Stellen und verlieren an Tempo. Baugesuche sind dabei nur das sichtbarste Beispiel: Im Baselbiet dauert ein Verfahren im Schnitt 172 Tage. Als Erklärung werden Einsprachen genannt. Nur: Die gibt es anderswo auch – und trotzdem geht es dort schneller. Die Ursachen werden lieber ausserhalb gesucht.

Gleichzeitig stocken wichtige Infrastrukturprojekte oder verlaufen im Sand. Vieles wird angekündigt – zu wenig wird umgesetzt.

Der Befund ist eindeutig: Es fehlt an Verlässlichkeit. Wer mit der BUD arbeitet, weiss oft nicht, woran er ist. Abläufe ändern sich, Zusagen werden relativiert. Eine strategische Linie ist kaum erkennbar. In Verkehr, Raum und Infrastruktur wirkt vieles wie Stückwerk.

Die Folgen sind Verzögerungen, Unsicherheit, steigende Kosten. Und schwindendes Vertrauen.

Die Realität draussen ist eine andere als die Berichte in den Amtsstuben. Projekte verzögern sich, Kosten steigen, Planungen werden zur Zitterpartie. Was lange als Einzelfall galt, hat System. Der Handlungsbedarf ist offensichtlich und duldet keinen weiteren Aufschub mehr, auch politisch nicht.

Der Rücktritt von Regierungsrat Isaac Reber eröffnet die Chance für einen Neuanfang. Der parlamentarische Auftrag für einen Reset liegt vor.

Das Baselbiet braucht eine BUD, die wieder eine Richtung vorgibt: verlässlich, handlungsfähig – und eben auch effizient.