• Wärme-Kraft schliesst Lücke

Wärme-Kraft schliesst Lücke

11.12.2020

Versorgungssicherheit – Der CVP-Landrat Felix Keller aus Allschwil will vom Regierungsrat wissen, über welches Potenzial Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen im Baselbiet verfügen.

Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen (WKK) können unter Umständen einen wichtigen Beitrag zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in der Schweiz leisten. Welches Potenzial WKK-Anlagen im Baselbiet konkret haben, möchte CVP-Landrat Felix Keller jetzt vom Regierungsrat wissen.

Winterstrom-Lücke wird grösser
Aktuell importiert die Schweiz im Winter 6 bis 8 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Strom. Durch die Stilllegung der Schweizer Atomkraftwerke wird die Fehlmenge im Winter auf zirka 20 Milliarden kWh ansteigen. Dies entspricht etwa zwei Dritteln des aktuellen Winterverbrauchs. Durch den Ausbau von Wärmepumpen und der Elektrifizierung der Mobilität fällt die Winterstrom- Lücke noch grösser aus.
Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen produzieren nicht nur Wärme, sondern auch Strom. Auf diese Weise könnten sie in den Wintermonaten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Stabilität des Stromnetzes leisten. Der CO2- Wert des so erzeugten Stroms beträgt aktuell weniger als 50 Prozent des CO2-Werts für Winterstromimporte.

Mit Wärmepumpe kombinieren
Wird eine WKK-Anlage noch mit einer Wärmepumpe (Strom) kombiniert, kann der Wirkungsgrad auf mehr als 100 Prozent des Energieeinsatzes gesteigert werden.
Weiter können WKK-Anlagen grundsätzlich auch komplett mit Biogas und somit quasi CO2-neutral betrieben werden. Dennoch spielen WKK-Anlagen in der aktuellen Klimadebatte nur eine untergeordnete Rolle.
Angesichts der sich verschärfenden Winterstromproblematik sollten jedoch auch die Möglichkeiten von WKK-Anlagen thematisiert werden. Mit einem politischen Vorstoss bittet Felix Keller den Baselbieter Regierungsrat nun zu klären, welches Potenzial WKK-Anlagen zur Sicherung der Versorgungssicherheit in den Wintermonaten haben.
Weiter soll auch geklärt werden, ob WKK-Anlagen über das Baselbieter Energiepaket unterstützt werden können.

Simon Dalhäuser